Dieses Trio erweckt Musikleidenschaft (wieder) zum Leben

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Musizieren und Singen vor einmaliger Kulisse: Wir haben mit dem Organisationsteam der Gommer Musikferien darüber gesprochen, wie jeden Sommer zahlreiche Musikbegeisterte im Goms alte Hobbys wieder aufnehmen oder neue Talente wecken und dabei wertvolle Freundschaften knüpfen.

«Ich bin überzeugt: Niemand kann gar nicht singen»,


sagt Maria Walpen. Und Singen beginne mit Zuhören. Die gebürtige Gommerin ist gemeinsam mit dem Musikerpaar Paul Locher und Eliane Locher-Walpen Mitinitiantin der Gommer Musikferien. Diese ermöglichen seit 2020 Goms-Besuchenden und Einheimischen, ihre Leidenschaft fürs Musizieren und Singen wiederzuentdecken oder zu stärken. Das Angebot der Musikferienkurse reicht von Alphorn und Kammermusik über Chorsingen bis hin zum Einstieg ins Orgel- oder Klavierspiel. 

Maria Walpen leitet im Rahmen der Musikferien den Kurs Kapellengang und Stimmenklang und gibt ihre Begeisterung für gregorianische Choräle weiter. «Mich fasziniert, dass diese seit dem achten Jahrhundert praktisch unverändert gesungen werden.» Ihr Uronkel sang als Pfarrer im Goms gregorianische Choräle; heute ermutigt sie jeden Sommer Musikfans, den einstimmigen und unbegleiteten Gesang fortleben zu lassen. «Teilweise habe ich Kursteilnehmende, die seit Jahrzehnten nicht mehr gesungen haben und kein grosses Vertrauen in ihre Singfähigkeiten haben. Doch im Verlaufe der Kurswoche trauen sie sich mehr und mehr, laut zu singen und erzielen laufend Verbesserungen – bis sie schliesslich beim Abschlusskonzert auf der Bühne stehen und mit einem positiven Gesangserlebnis im Gepäck nach Hause fahren», erzählt Maria Walpen.

Wichtiger Schritt: Selbstvertrauen in musikalische Fähigkeiten stärken
«Gerade ältere Menschen haben nicht selten negative Erinnerungen an Musikunterricht. Sie mussten sich als Kinder oder Jugendliche anhören, sie seien unmusikalisch oder hätten keine schöne Stimme. Dieses Selbstbild wollen wir mit den Musikferien ändern, denn Musizieren tut der Seele gut», erklärt Eliane Locher-Walpen, die jeweils gemeinsam mit ihrem Mann Paul Locher die beliebten Kammermusikkurse durchführt. 

Wie ist das Trio auf die Idee gekommen, die Gommer Musikferien ins Leben zu rufen? «Sowohl Gäste als auch Einheimische schätzen die Ruhe und die Möglichkeit zum Entschleunigen im Goms. In dieser besonderen Atmosphäre ermöglichen wir stressfreies Lernen, lassen die Freude an der Musik neu aufleben und schaffen Raum für Begegnungen», berichtet Paul Locher. Der soziale Faktor der Musikferien sei nicht zu unterschätzen, ist sich das Organisationsteam einig: «Viele Teilnehmende bauen enge Beziehungen auf und knüpfen neue Freundschaften.»  

Wie Gommer Kraftorte zum Klingen gebracht werden
Maria Walpen lädt ihre Kursteilnehmenden regelmässig dazu ein, in der Natur zu üben. «Es gibt hier viele Kraftorte, die dazu beitragen, das Musizieren in der Natur einzigartig zu machen», findet die Mitinitiantin der Gommer Musikferien. Neben der eindrücklichen Kulisse im Goms spiele auch die Auswahl der Kursleiterinnen und -leiter eine zentrale Rolle, um die Freude an der Musik wieder zu entfachen. «Sie müssen genau verstehen, was die Teilnehmenden brauchen und sie entsprechend fördern und motivieren», erklärt Paul Locher. Dank ihres grossen Netzwerkes sei es dem Musikferienteam bis jetzt immer gelungen, passende Kursleitende zu finden. 
Und was braucht es vonseiten der Teilnehmenden, damit der (Wieder-)Einstieg ins Musizieren oder Singen klappt? «Man sollte Neugierde, Offenheit und etwas Geduld mit sich selbst mitbringen», antwortet Eliane Locher-Walpen. Mit diesen Voraussetzungen können auch dieses Jahr wieder zahlreiche Musikbegeisterte lehrreiche und unvergessliche Momente im Goms erleben.

Einmalige Musikerlebnisse versprechen auch die Gommer Sommerkonzerte. «Wir wollten unbedingt die ikonischen Gommer Kirchen und Kapellen im Sommer bespielen und haben vor, künftig noch mehr Orte im Goms zum Klingen zu bringen. So gibt es im Pischenwald Klassik unter Tannen, in der Ritzinger Kapelle Neue Volksmusik, in der Station Ritz Salonmusik und in der Kirche von Münster das bereits traditionelle Chor- und Orchesterkonzert», verrät Paul Locher. Seine Frau ergänzt, dass selbst Künstlerinnen und Künstler, die grössere Bühnen gewohnt sind, meistens schnell zusagen, wenn sie für Konzerte im Goms angefragt werden.