Walliser Volkslieder revisited Festival Forum Wallis

Fest

Dauer
70min

PROGRAMM

Walliser Volkslieder in bekannten und neuen Arrangements (UA) zum Zuhören und Mitsingen, gespiegelt an alter und neuer (UA) bolivianischer Volksmusik, Werke von Juan Arnez, ferner von Bregy, Meier, Lehner-Mutter, Imhof, Burgener/Hagen, Brantschen, Ruppen. Diese Konzerte finden im Rahmen des Programms "Volksliädär leeru und schi in er Famili singu" zur Popularisierung des oberwalliser Volksliederguts statt.
LIEDERFOLGE

Land am Rottu (Schmid)
Am Grängjerseeli (trad.)
Ds Rägutropfji (Burgener)
Im stillen Hirtentale (Brantschen)

Morir enamorado (Arnez)
Tradicional (trad.)
Navidad del Kanillita (Arnez)

Dr Hirt uf der Alpe Faldum (Bregy)
Weisch no (Ruppen)
Am Brunnen vor dem Tore (Schubert)
Los vivientes (Arnez)
Tradicional (trad.)
Nuestro sueño (Arnez)

Belalplied (trad.)
Guggisbergerlied (trad.)
Weischus dü (Meier)
Kaymanta Chinkasay (Arnez)
Dr Walliser Wässermaa (Lagger)
Tradicional (trad.)
Jesuquito (Arnez)

Münstiger Lied (Lehner-Mutter)
Abschied vom Gantertal (Imhof)

Juan Arnez (*1950) ist ein bolivianischer Lyriker, Komponist und Musiker. Er spielt verschiedene Instrumente, darunter Gitarre, Charango, Quena-Quena, Zampoña, Tarka und Pinkillo. Die Armut und die Schwierigkeiten, mit denen er während seiner Kindheit in einer ländlichen Gemeinde von Colomi konfrontiert war, spiegeln sich in seinen wichtigsten Werken wider. Seit mehr als 40 Jahren lebt er in der Schweiz, wo er eine Familie gegründet hat und zu einer Art Botschafter der bolivianischen Folkloremusik geworden ist. Heute gilt er als einer der angesehensten autodidaktischen Komponisten in der Schweiz. Nachdem er 7jährig Vollwaise wurde, kam er in ein kirchliches Internat und arbeitete als Jugendlicher als Tagelöhner im Chapare. Arnez begann seine musikalische Laufbahn im Alter von 18 Jahren mit der Gruppe Kusi Huaynas, die später den Namen Los Kusis annahm. Die Gruppe nahm Schallplatten auf und unternahm zwischen 1970 und 1974 ihre ersten internationalen Tourneen nach Chile, Peru und Argentinien, wo sie bei Festivals Auszeichnungen erhielt. 1974 gingen sie auf Europatournee mit Konzerten in Belgien, den Niederlande, der Schweiz, Deutschland und Frankreich. Schließlich beschlossen sie, sich in der Schweiz niederzulassen, wo sie bis heute leben. Inkallajta war seine erste Komposition. Das Werk dauert fast zwei Stunden und vereint verschiedene Instrumente und Rhythmen wie Huayño, Morenada, Diablada, Cueca, Saya und Zampoñada. Misa Pachamama und Navidad Andina sind weitere Kompositionen von Juan Arnez, sie thematisieren in erster Linie Kinderarmut und Kinderarbeit. 2007 wurde sein Werk Misterio del Socavón zu Ehren der bolivianischen Minenarbeiter in der Schweiz und danach auch 2013 in Deutschland aufgeführt. Ein weiteres Werk, das Oratorium El Movimiento del Mundo  wurde 2017 in der Schweiz uraufgeführt: Darin setzt er sich für Migranten ein und warnt vor Gewalt gegen Kinder. 2013 gelang ihm ein besonders symbolträchtiges Projekt: Gemeinsam mit Los Kusis und dem Chorprojekt Schweiz–Bolivien unter der Leitung von Dieter Wagner ging er auf Tournee durch Bolivien. Sie reisten nach Colomi (Cochabamba), Sucre und La Paz und führten Misa Pachamama und Navidad Andina auf.

Die Geschichte des Oberwalliser Volksliederchors ist untrennbar mit derjenigen des'Liederkaplans' Adolf Imhof und der Geschichte des Singspiels im Wallis verbunden. Als Adolf Imhof - ein Theaterbegeisterter von Jugend auf - im Januar 1957 mit einem grossen gemischten Chor seine Lieder beim Radio in Bern einspielte und diese mit grossem Erfolg über den Äther zu hören waren, äusserten zahlreiche Liebhaber des Volksliedes beidseits des Lötschbergs den Wunsch, der Chor solle sich zu einem Verein zusammenschliessen. Im darauffolgenden März 1957 fand bereits die Gründungsversammlung statt. Adolf Imhof wurde der erste Dirigent, der Volksdichter Dr. Ludwig Imesch der 1. Präsident des neugetauften Oberwalliser Volksliederchores. Seitdem sind bald 70 erlebnisreiche Jahre vergangen. Zahllose Lieder wurden für den Volksliederchor geschrieben und aufgeführt. Als Botschafter des Wallis trat er bei den Walsertreffen in Italien, Österreich und Lichtenstein auf, schweizweit im Rahmen der Walliservereinigungen, aber auch im prominenten Berner Kursaal und Casino. 1971-74 spielte er nicht weniger als 4 Platten mit Liedern von Adolf Imhof beim Schweizer Radio in Bern ein, bis 1995 sollten 5 weitere Einspielungen mit Felix Schmid und Franz Weissen folgen. Glanzvolle Aufführungen erlebten die Singspiele 'Im Gantertal' 1968/82/92, 'Dorftanz' 1985, 'Gratzug' 1991 und 'Der letzte Sander' 2000. 1975 wirkten die Mitglieder des Oberwalliser Volksliederchores als Statisten im Walt Disney Film 'Barry'. Weitere Fernsehauftritte erfolgten 1966-85 im Rahmen von Sendungen wie 'Chum und lueg', 'Grüezi mitenand', 'Frohe Klänge aus dem Oberwallis', 'Äs heiters Gmiet' und 'Fyrabig' - 1983 dokumentierte sogar das belgische Fernsehen die Auftritte des Oberwalliser Volksliederchores. 1965 kommt ihm die Ehre zu, beim Empfang des Königs Frederik von Dänemark in Brig im Beisein des Bundespräsidenten Tschudi zu singen, deren Lob und Glückwunsch sind Ehrenzeichen in der Geschichte des Chores. Unter den Dirigenten finden wir nach Adolf Imhof (1957-64) die Nachfolger Felix Schmid (1964-87), Franz Weissen (1987-2001, 2014-19), Urs Tenisch (2001-06), Javier Hagen (2006-13 und wieder seit 2023) und Elmar Rittiner (2019-22), die als Dichter wie Komponisten bleibende musikalische Spuren beim Volksliederchor wie im ganzen Oberwallis hinterlassen haben. Mit Javier Hagen tritt der Volksliederchor wieder regelmässig am Schweizer Radio und Fernsehen auf (SR DRS, RSR Espace 2, RSR la première, RRO, SF1 Bsuech us, Canal 9, Tele Oberwallis) und erlangt damit auch schweizweite Aufmerksamkeit. Höhepunkte mit ihm sind ferner die Auftritte an der Seite von Cool a cappella (Seoul) 2010, mit dem Grammygewinner Huang Ruo (New York/Shanghai) 2011, den arabischen Popstars Wael Sami El Kholi 2012/2025 (Kairo) und Bahur Ghazi (Damaskus) 2012, dem lettischen Vokalensemble Putni (Riga) 2013, der Mundartband ds Personal 2010-13, oder zusammen mit dem Mainzer Domchor am 1. Internationalen AlpenChorFestival 2008, ferner die unvergesslichen Auftritte zusammen mit den Visper Kindern vor ausverkauften Rängen im Theater La Poste in Visp anlässlich des Forum Wallis 2010/11, die Übergabe des Kulturpreises an Hagen 2013, sowie die ehrenvollen Resultate am kantonalen Gesangsfest in Fully 2011. Der Oberwalliser Volksliederchor bringt Sängerinnen und Sänger aus dem ganzen Oberwallis zusammen. Er fördert und pflegt das Walliser Volksliedergut und ist ausserdem Gründer der Stiftung zur Förderung der Jugendchöre im Oberwallis und wird aktuell von Herbert Kalbermatter präsidiert. Der Oberwalliser Volksliederchor tritt in der Walliser Werktagstracht auf, beim geselligen Zusammensein intoniert er gern selbst in kleinster Runde seine heiteren, fröhlichen und besinnlichen Lieder - und mit etwas Glück lassen sich diese spätabends nach den Proben in den Kneipen der Briger Altstadt vernehmen!

Eintritt frei (Kollekte)
Reservation: office@forumvalais.ch
Forum Wallis
MEbU (Münster Earport)
Furkastrasse 647
3985 Münster (Goms)

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